Praxisablauf



Der Ablauf in einer kinder- und jugendpsychiatrischen bzw. psychotherapeutischen Praxis unterscheidet sich in einigen Punkten unter Umständen erheblich von der Planung einer haus- oder kinderärztlichen Versorgung.

Telefonische Anmeldung / Telefonische Terminvereinbarung:
Wenn Sie bei uns anrufen, um zum ersten Mal einen Termin zu vereinbaren, stellen Ihnen unsere Mitarbeiterinnen am Telefon gleich einige Fragen. Auch bei der Vereinbarung von Wiedervorstellungsterminen hören Sie meist "um was geht es?".
Wir bitten Sie, dies offen und vertrauensvoll zu beantworten. Die Fragen die Ihnen gestellt werden, sind zusammen mit der Praxisleitung erarbeitet worden. Nur so können wir die Terminplanung für alle Seiten optimal und ohne unnötige Wartezeiten planen, es bleibt mehr Zeit für das Arzt/Patientengespräch.
 
Das Erstgespräch:
Findet bei Frau Dr. Hoehne, bzw. den ärztlichen Kollegen des Teams oder bei Fr. Dipl.-Psych. Sigel statt.
Zum Termin erwarten wir (Pflege)-Eltern und Kind und planen hierfür 60 Minuten, bei speziellen Vorstellungsgründen 90 Minuten ein.
Im Verlauf des Erstgesprächs entscheiden der Untersucher und Eltern, ggf. auch mit dem Jugendlichen, gemeinsam das weitere Vorgehen:

·            psychologische Testdiagnostik für das Kind

·            sofortiger Beginn einer therapeutischen Begleitung (ggf. über Notfalltermine vormittags) oder

·            Beendigung der Betreuung in unserer Praxis, da keine weiteren Termine notwendig sind / Verweis an Kollegen / Klinik
 

Die Testdiagnostik (Diagnostik und Analyse der Ist-Situation) :
Eine Testdiagnostik umfasst je nach Fragestellung und Alter des Patienten 2 – 6 Termine, durchgeführt von den Dipl.-Psychologen/Innen und/oder  der Heilpädagogin des Teams.
Pro Termin werden 60 Minuten am Vormittag reserviert.
In der Regel findet die Testdiagnostik nur mit dem Kind/Jugendlichen statt, bei speziellen Fragestellungen ist ein sogenanntes „Elterninterview“ zusätzlich notwendig.
Alle verwendeten Diagnostikverfahren werden regelmäßig überprüft (praxisintern und mittels Fortbildungen), die Durchführung geschieht anhand von Verfahrensanweisungen im Rahmen des Qualitätsmanagements.
Für die sorgfältige und individuelle Auswertung unserer Testdiagnostik benötigen wir entsprechend Zeit. Gleichzeitig wollen wir im Interesse unserer Patienten den Abstand zwischen Erstgespräch und Testbesprechung so kurz wie möglich halten.
 

Die Testbesprechung:
Ca. 3 – 4 Wochen nach dem letzten testdiagnostischen Termin findet zusammen mit dem Erstuntersucher die Testbesprechung statt.
Es geht dabei um die aktuelle Zustandsbeschreibung, sie ist die Basis für unsere Empfehlung, auf welcher Ebene eine Intervention am ehesten erfolgversprechend erscheint. Wir beziehen hierbei die psychiatrische Diagnose, Entwicklungsstörungen und Teilleistungsstörungen, die Intelligenz, evtl. körperliche Erkrankungen, psychosoziale Bedingungen und das Anpassungsniveau Ihres Kindes in unsere Überlegungen mit ein.

Wir reservieren hierfür 60 Minuten für Sie. Je nach Alter ist der Jugendliche bei der Besprechung ebenfalls anwesend.

Mögliche Empfehlungen können u. a.  sein:
- Kontrolltermin in unserer Praxis nach 3 – 6 Monaten zur Überprüfung des weiteren Verlaufs.
- Therapeutische Begleitung, beratende Gespräche (Einzel oder Gruppe) in unserer Praxis, ggf. mit Wartezeit verbunden.
- Gespräche mit Außensystemen (z. B. Round-Table Gespräche mit Kindergarten, Schule, Jugendamt etc.)
- Verweis an Kollegen, Beratungsstellen, Fachdienste usw.

Wir sind eine reine Bestellpraxis, das bedeutet in der Regel, dass Sie und Ihr Kind pünktlich zum Termin aufgerufen werden und der Termin auch pünktlich beendet wird.
Selten, aber dennoch kommt es zu Notfällen, die möglicherweise Wartezeiten für nachfolgende Patienten nach sich ziehen. Sollte dies  einmal passieren, werden Sie von unseren Praxismitarbeiterinnen informiert - wir hoffen in diesen Fällen auf Ihre Nachsicht.

WICHTIG:
Bei der Planung unserer Terminabfolge bzgl. Diagnostik und therapeutischer Begleitung (Therapiebeginn, Therapiefrequenz)  müssen wir viele Gesichtspunkte berücksichtigen.
Unsere Priorität liegt hierbei auf der Erhaltung und Erweiterung unserer kinder- und jugendpsychiatrischen/-psychotherapeutischen Kompetenz. und Qualitätsstandards, die Ihnen und Ihrem Kind eine möglichst gute Unterstützung und optimale Hilfe sichern sollen.
Gleichzeitig müssen wir uns aber ebenso an wirtschaftlichen Vorgaben von Krankenkassen und Budgets orientieren.

Auch deshalb arbeiten im Verlauf der Testdiagnostik  und Therapie mit sogenannten Diagnostik- bzw. Therapievereinbarungen.
Bitte halten Sie die vereinbarten Termine pünktlich ein.
Vereinbarte Termine sollten bitte 48 Std. vorher abgesagt werden. Nur so verkürzen wir Wartezeiten und können abgesagte Termine erneut sinnvoll belegen.
Sie helfen damit vielleicht jemandem, der seit Monaten auf einen Termin warten muss.


Häufig gestellte Fragen:

Warum Quartalstermine?
Bei Versorgung durch Mitarbeiter/Innen des sozialpsychiatrischen Teams ist grundsätzlich jedes Quartal ein sogenannter „ärztlicher Quartalstermin“ für das Kind in der Praxis vorgeschrieben. Dieser Termin ist verpflichtend, er dient der aktuellen Befunderhebung.

Warum Vormittagstermine?
Erstvorstellungstermine, testdiagnostische Untersuchungen, Notfalltermine und Testbesprechungen sind Vormittagstermine.
Die Nachmittagstermine sind unseren Therapiekindern vorbehalten.


Warum sind die Termine mit Kind?
Bitte bedenken Sie: Ihr Kind ist unser Patient!
Zur Einschätzung der Situation ist also der persönliche Kontakt mit dem Kind unerlässlich.
Verständlicherweise möchten Sie nicht alle Dinge in Anwesenheit Ihres Kindes besprechen.
Jeder Termin kann jedoch zeitlich so ausreichend geplant werden, dass es möglich ist, das Kind nach einer gewissen Zeit ins Wartezimmer zu schicken, damit die Eltern ihr spezielles Anliegen noch separat vorbringen können. Dies gilt vor allem für Erstgespräche und Testbesprechungen.
Bitte besprechen Sie deshalb mit dem Sekretariat bei der Terminvereinbarung, was Ihr Anliegen im Termin ist und  sagen Sie vor der Stunde Bescheid, wenn es Ihnen wichtig ist, einen Teil der Stunde ohne Kind zu nutzen.

 

Warum werden wir telefonisch meist nicht direkt zu den Therapeuten durchgestellt?
Es ist uns ein Anliegen, so viele Therapieplätze wie möglich zur Verfügung zu stellen und dennoch eine gute, sorgfältige und dem Problem angemessene Betreuung zu gewährleisten.
Dies geht nur im persönlichen Kontakt, wir können Therapiestunden nicht telefonisch abhalten (z.B. bei Wetterproblemen, Krankheit, usw.)

Um eine störungsfreie Therapieeinheit zu gewährleisten, geben wir keine interne Durchwahlnummern weiter.

Es ist für uns auch verständlich, dass Eltern, vor der Therapiestunde des Kindes immer wieder den Wunsch haben, dem Therapeuten noch dieses oder jenes mitzuteilen.
Jedes dieser Anliegen für sich nimmt eventuell wirklich nur 5 Minuten in Anspruch, in der Summe sind das täglich aber leicht mehr als 2 Stunden pro Therapeut, die dann wiederum für notwendige Therapieplätze fehlen.

Deshalb nehmen unsere Sekretariats-Mitarbeiterinnen am Telefon Ihr Anliegen entgegen und kümmern sich darum, dass „nichts untergeht“, wir leiten Ihr Anliegen zuverlässig weiter und helfen Ihnen bei der Klärung von Fragen.